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Das Ziel: am Stadtrand von Zagreb soll für Porsche Salzburg eine Verkaufsfläche mit Werkstatt entstehen. Dies wurde unterteilt in 2 Gebäude, die von ca. 500 Parkplätzen umgeben werden.
Gebäude A besteht aus einem großen Verkaufsraum (ca. 1000m²) mit angeschlossener Werkstatt. In der Werkstatt können - vom Platz her - etwa 30 Fahrzeuge zur gleichen Zeit bearbeitet werden. Neben normalen Werkstättenplätzen ist auch eine Spenglerei und eine Lackiererei enthalten. Und damit die Kunden ein schönes Auto zurückbekommen, gibts auch eine Waschstraße.
Gebäude B bietet für Seat-Käufer ca. 400m² und für Porsche-Interessierte ca. 200m² Schaufläche. Dahinter ist noch eine etwas kleinere Werkstatt für 8 Autos angeschlossen. Über der Werkstatt wurden 3 Bürogeschoße gebaut. 2 Geschoße werden von Porsche Leasing besetzt, daß 3. gehört dem PorscheInterAuto Team.
Dieses Projekt war daß erste in Kroatien für die Porr. Entsprechend wenig Erfahrung gab es daher auch mit den örtlichen Firmen. Dazu kommt noch daß der Terminplan recht eng war und das Budget leider auch viel zu gering.
Die Qualität der örtlichen Firmen war sehr unterschiedlich. Für den Rohbau von Gebäude B wurde leider eine sehr schlechte Firma erwischt, die auch mal den Bauablauf absichtlich behindert hat. Auch mit dem Installateur war niemand zufrieden, und die Ersatzfirma war auch nicht wesentlich besser. Immer wieder wurden Zusagen nicht eingehalten. Gleiches galt auch für die Schlosserfirma. Ebenfalls Kopfzerbrechen verursachte die Sicherheitstechnik-Firma. Der Projektleiter war zwar ein guter Redner, aber hatte technisch keine Ahnung. Dies führte dazu, daß hier die Arbeiten zu spät begonnen wurden. Zusätzlich erschwert wurde, daß in der Zwischenzeit das gesamte Personal ausgetauscht wurde und keiner eine Ahnung hatte, was vor Monaten ausgemacht war.
Andere Firmen waren da um einiges besser. Die Trockenbaufirma hatte fähige Mitarbeiter, so daß sich die Probleme hier sehr in Grenzen hielten. Nur mit den Schwachstrom-Elektrikern haben sie sich wohl nicht so gut verstanden, warum sonst haben sie immer wieder Kabel in der Zwischendecke versteckt? Die Elektro-Firma hat bei mir einen gespaltenen Eindruck hinterlassen. Die Monteure waren gut und haben auch mitgedacht. Aber die Projektleitung hat uns das Leben nicht immer leicht gemacht. Trotzdem gestehe ich einen positiven Gesamteindruck zu. Für Haustechnik-Anlagen konnten wir eine österreichische Firma gewinnen, die mit einer örtlichen Subfirma die arbeiten durchführte. Das hat uns einiges erleichtert.
Die übrigen Firmen waren meiner Meinung nach irgendwo im Mittelfeld, nicht besonders herausragen, weder im guten noch im schlechten.
Seitens Bauherr (Porsche) wurde uns eine örtliche Bauaufsicht "auf's Aug gedrückt", mit der wir nicht so richtig glücklich werden konnten. Eigentlich sollte die Bauaufsicht ja auf Fehler hinweisen, bevor sie entstehen, und nicht hinterher reden was nicht alles besser sein könnte.... So kam es hier immer wieder zu teils hitzigen Diskussionen.
Interessanterweise wurde von den örtlichen Firmen auch keine Montageplanung durchgeführt. Gebaut wurde nach den Projektsplänen, besonders bei dem Elektriker war das sehr ersichtlich. Erstaunlicherweise wurde trotzdem alles fertig ;-). Aber auch der Installateur hat nach Projekt gearbeitet, nur daß hier von den Projektanten nicht immer alles auf letztstand gehalten wurde.
Die Projektanten waren auch so ein Kapitel für sich. Jede Änderung gegenüber dem Projekt mußte von uns hart erkämpft werden, sofern uns dies überhaupt gelang. Sturheit pur. Besondere Schwierigkeiten haben wir hier weil für die Brandmeldeanlage ein anderes (und meiner Meinung nach auch besseres) Produkt eingesetzt wurde als ausgeschrieben. Die Projektanten waren aber auch gleichzeitig die Prüfingenieure, und wollten hier gar keine Abnahme durchführen.
Auch die Behörden haben es uns nicht immer leicht gemacht. Das Gaswerk wollte und wollte uns den Gasanschluß nicht freigeben, immer wieder mußte da und dort noch eine kleine Änderung gemacht werden. Bei jedem Besuch ist denen etwas neues eingefallen. Die Heizung sollte im Dezember in Betrieb gehen, damit Porsche und Seat verkauft werden können. Irgendwie ist es rund um Weihnachten dann doch noch gelungen, endlich den Gasanschluß zu bekommen.
Das E-Werk war um nicht viel besser. Erst im November bekammen wir einen provisorischen Stromanschluß. Bis dahin war die einzige Stromquelle auf der Baustelle ein sehr veraltetes Dieselaggregat, daß öfter ausfiel. Strom war aber auch eine der Bedingungen für den Gasanschluß. Eine der schönsten Überraschung war jedoch, als im Februar auf einmal kein Strom mehr da war. Der Bauherr hatte eine Rechnung nicht bezahlt, ohne Vorwarnung war es auf einmal finster. Endlich war mal nicht "die böse Baufirma" schuld. Aber das hat nichts an den Terminplänen geändert.
Die kroatische Sprache hat all unsere Probleme nicht eben erleichtert. Zwar konnten einige Leute Deutsch oder Englisch, aber nicht alle. Und die die es konnten wollten es nicht immer sprechen. Selbst die Projektanten waren hier nicht ausgenommen, obwohl unser Vertrag mit Porsche eindeutig Deutsch als Vertragssprache festlegte.
Letztendlich konnte das Bauwerk aber doch fertiggestellt werden, und sowohl PorscheInterAuto als auch PorscheLeasing machen ordentlich Geschäfte.